Quelle: http://www.focus-patient.at/755_DE
Datum: 09.09.2010

Daniela H.

Am 30.Dez.2006 verlor ich plötzlich auf meinem linken Auge fast mein gesamtes Sehvermögen. Wenn ich einen Gegenstand fixierte, sah ich in der Mitte nur einen schwarzen Fleck, der zum Rand hin in schwach graue Farbzonen überging. Ich konnte mit diesem Auge keine Farben mehr erkennen. Daraufhin suchte ich die Notfallambulanz des AKH in Wien auf, wo man nach gründlichen Untersuchungen feststellte, dass es sich um eine akute Nervenentzündung des Sehnerves am linken Auge handelte. Die vom AKH angeordnete MRT drei Wochen später brachte entgültige Gewissheit: Akute Nervenentzündung des Sehnerves am linken Auge aufgrund eines Multiple Sklerose Schubes. In diesem Moment brach eine Welt in mir zusammen!
Ich muss gestehen, dass ich jedoch vor der bevorstehenden notwendigen Lumbalpunktion wesentlich mehr Angst hatte als vor der lebenslänglichen Erkrankung Multiple Sklerose. Heute kann ich sagen, dass ich persönlich die Lumbalpunktion als nicht schmerzhaft empfunden habe. Ich fühlte nur einen kurzen Einstich, der wie ein kurzer elektrischer Schlag anmutete und damit war die furchtbare Angst umsonst gewesen.

Während der Zeit im Krankenhaus hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Seit der Diagnosestellung hat mein Leben eine Wende genommen. Beziehungen wurden relativiert, ich sah vieles in einem anderen Licht und begriff, dass meine Zukunft jetzt beginnt: Kurzfristige Pläne werden nicht aufgeschoben sondern unmittelbar verwirklicht. Langfristige Ziele rücken in die nahe Zukunft. Die Umsetzung dieser bleibt nicht nur bloß Vision wie früher sondern wird zur Realität. Darüber hinaus wurde meine Kreativität neu entfacht, insbesondere in Bezug auf das Farbenspiel in der Seidenmalerei, der ich mich schon seit vierzehn Jahren widme.
Mein Motto für alle, die sich solch einer schwerwiegenden Diagnose stellen müssen, soll heißen: Jede Veränderung birgt eine neue Chance in sich. Nur niemals aufgeben, sich nicht selbst bemitleiden und sich eine Welt der Kreativität erschließen, bei der eine neue Dimension, nämlich die der Fantasie, das Leben bereichert. Sehen Sie rechts ein Bild, das ich vor der Diagnosestellung MS gemalt habe und unterhalb eines, das danach entstanden ist.




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Letzte Aktualisierung: 27.02.2007
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